Wanderung Tag 10

Wir sind wieder zu Hause – die zehnte und letzte Etappe ist gemeistert. Unser Ziel war es in 10 Tagen 250 Kilometer zu wandern und dabei auf den öffentlichen Verkehr zu verzichten. Meine Uhr zeigt mir genau 250,1 Kilometer an. Und wie schwer mein Rucksack war und wie viel Zeit es braucht um ein Lachen aufs Gesicht zu zaubern, erfährst du in diesem Blog.

Ich übernachtete schon an unzähligen und unmöglichen Orten. Aber eine Nacht im Stroh war für mich Premiere. Dank dem weichen Bett und den Strapazen des Tages war ich eigentlich genug müde. Neben meinen vielen Eindrücken und Gedanken kreiste auch eine Mücke rund um meinen Kopf. Die Müdigkeit siegte – wohl auch bei der Mücke. Ich konnte am Morgen keine Mückenstiche feststellen. Für einmal eine gerechte Welt.

Nach dem feinen Bauernfrühstück empfahl mir Gastgeberin Anna auf dem «Gürbentaler Höhenweg» zurück nach Bern zu laufen. Ihre Mutter hätte bei der Realisierung dieses Wegs die Finger im Spiel gehabt. Weiter erfuhr ich, dass sie auch die Projektleitung bei den szenischen Führungen des geschichtsträchtigen Grandhotels und Heilbads Gurnigelbad innehat. Ich fühle mich also geehrt, als ich dann noch ein gesundes «Jakobsweg-Biscuit» für den besonderen Energieschub aus Mutters Backstube mit auf den Weg erhielt. Man spürte den Stolz in Anna’s Stimme!

So verliess ich dann Böhlens Hof um 9 Uhr und marschierte los – knapp 25 Kilometer bis nach Bern. Schon bald erreichte ich Riggisberg, wo ich nach einer etwas unnötigen Dorfschleife dann den Weg Richtung Kirche fand. Nicht mehr weit und ich hatte ein fantastisches Panorama auf das Gürbetal von Belp bis nach Thun mit dem See und dem herrlichen Alpenpanorama. Einfach fantastisch dieser Anblick.

Ich konnte mich kaum satt sehen und doch zog es mich weiter. Dieser Weg ist wahrlich ein Highlight. Immer wieder gab es schöne Aussichtspunkte, wo ich kurz meine Beine und Seele baumeln lassen konnte. Im Gegensatz zum letzten Sonntag (unser Tag 3) waren heute deutlich mehr Wanderer unterwegs. Auf einmal tauchte Kollegin Sarah auf. Sie war sehr überrascht, dass wir uns kreuzten. Ich selbst war gerade eine steile Steigung hochgekraxelt und vollkommen ausser Atem. Auf diesem Weg: sorry für das kurze Gespräch.

Unweit von Zimmerwald gönnte ich mir eine kurze Mittagspause. Der rezente Bergkäse und das würzige Trockenfleisch von Jaun war jetzt genau richtig. Zum Dessert gönnte ich mir das «Jakobsweg-Biscuit» und schon marschierte ich gefühlt viel schneller weiter. Bei Englisberg und in Kehrsatz ging es noch einmal brutal nach oben. Als ich dem Gurten entlang wanderte, zeigte meine Uhr noch 4 Kilometer an. Ich stiess einen Freudeschrei aus.

Das war es also mit diesen zehn Tagen. Heute war es noch einmal brutal. Fiese Steigungen und steile Abstiege forderten meine bereits müden Beinen noch einmal heraus. Als erste Aktion zu Hause wog ich meinen Rucksack. Beim nächsten Mal schleppe ich garantiert nicht noch einmal 18 Kilogramm durch die halbe Schweiz. Versprochen!

Auch wenn ich meine Wanderschuhe für den Moment etwas ruhen lasse, geht unsere Spendenaktion noch bis Ende Juni weiter. Unser ambitioniertes Ziel von 15’000 Franken haben wir noch nicht ganz erreicht. Mit nach Hause nehmen wir unendlich viele Eindrücke von dieser malerischen Schweiz, sehr herzliche Begegnungen mit wirklich tollen Menschen und einen äusserst berührender Besuch bei «Partage Riviera» in Vevey. Genau eine Minute und 20 Sekunden haben die Bedürftigen Zeit, um Lebensmittel abzuholen. Sie traten aber nicht nur mit gefüllten Einkaufstaschen hinaus. Sondern eine Minute und 20 Sekunden zauberte ihnen auch ein Lachen aufs Gesicht. Unbezahlbar!

Facts

3 Antworten auf “Wanderung Tag 10”

  1. Danke Jonas, danke Marco für euren fantastischen Einsatz, eure Solidarität und auch für die tollen Reiseberichte. Das Team der Schweizer Tafel ist sehr glücklich, dass ihr uns als Partner ausgesucht habt und uns eure gesammelten Spenden zukommen lasst. Wir können mit dem gespendeten Betrag viel Gutes bewirken und mithelfen, notleidenden Menschen eine Mahlzeit zu ermöglichen. Danke von ganzem Herzen! Erholt euch gut und freut euch mit uns über das Erreichte.
    Hubert vom Team der Schweizer Tafel

  2. Danke lieber Jonas und Marco für diesen grossartigen Einsatz für eine super wichtige und tolle Sache. Danke auch für die schönen Impressionen, ihr habt mir die Schweiz wieder ein Stück näher gebracht und Lust darauf diese Wanderung (in Etappen und mit leichtem Gepäck 😉 auch zu machen. Das wichtigste ist aber, dass das Spendenziel erreicht wird, werde gleich noch mal ein paar Kollegen motivieren.
    Marco ist hoffentlich wieder fit und Jonas – erhol Dich gut! bis bald und liebe Grüsse Edith

  3. Hallo Marco
    habe erst heute die Mails gecheckt 🙂 war fleissig offline in den Ferien!
    ich sehe ihr wart fleissig, Respekt!
    super Sache, unterstütze ich sehr gerne!
    LG und bis bald,
    Kristina

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